Die Bolliger Bildungsstrategie 2023-2026 verlangt eine Überprüfung und allfällige Anpassung des Oberstufenmodells. Der Gemeinderat setzte sich für die vergangene Legislatur ausserdem das Ziel, das Oberstufenzentrum an der Eisengasse als attraktives Angebot in der Schullandschaft der Region Bern zu erhalten bzw. auszubauen. Die Bildungskommission beantragte in der Folge Anfang 2024 dem Gemeinderat, die Überprüfung des Oberstufenmodells und der Spez. Sek-Klassen mit externer Unterstützung an die Hand zu nehmen, um unter anderem die folgenden Herausforderungen zu adressieren:
Der Druck durch den Übertritt und die Selektion gefährdet die psychische Gesundheit der Schüler*innen insbesondere im Zyklus 2 zunehmend.
Die Zusammensetzung der Klassen je nach Schwankung der Schüler*innen-Zahlen stellt im aktuellen Modell eine Herausforderung dar. Immer wieder muss deshalb in einzelnen Stufen vom Modell 3a abgewichen werden, da sonst übermässig grosse/ kleine Klassen zu führen wären. Das OzE darf (vereinbart mit dem Schulinspektorat) sowohl Modell 3a- wie auch 3b-Klassen führen
Das Projekt ist ergebnisoffen zu gestalten. Alle im Kanton Bern erlaubten Schulmodelle sind für das Oberstufenzentrum Eisengasse zu prüfen. Auch eine Weiterführung des bisherigen Schulmodells ist möglich.
Fünf Projektphasen geben Struktur und Orientierung
Das Projekt startete 2024 und wurde in fünf verschiedene Phasen eingeteilt.
Ist-Analyse: Was ist, was war?
Vision: Welche Modelle gibt es? Was sind die Erfahrungen damit?
Matching: Was passt zu uns? Wohin wollen wir?
Entscheiden: Wer tut was, wie genau und bis wann?
Machen: Umsetzen und zum Fliegen bringen
Aktuell befindet sich das Projekt in der Entscheid-Phase.
Darstellung des Prozesses
Anspruchsgruppen: Einbezug und Information
Der Einbezug verschiedener Anspruchsgruppen und die transparente Information war der Projektgruppe von Beginn an ein Anliegen:
Eine wichtige Stimme im Prozess haben die Lehrpersonen des Zyklus 3, weil sie als Fachpersonen jedes gewählte Modell umsetzen und zum Fliegen bringen.
Um der Perspektive der Eltern und Erziehungsberechtigten Gewicht zu geben, wurde in den Elternräten des Zyklus 3 und der Zyklen 1/2 regelmässig über die Projektfortschritte informiert und diskutiert.
Die Öffentlichkeit wurde in der Phase Vision zu einer informativen Ausstellung eingeladen.
Einbezug und Information in der Phase Ist-Analyse
11.09.2024: Information an Eltern (Herbstinformation 2024) und Öffentlichkeit zum Projektstart
22.10.2024: Workshop Lehrpersonen Zyklus 3
30.10.2024: Workshop Lehrpersonen Zyklus 1/2
Einbezug und Information in der Phase Vision
22.11.2024: Information an Eltern (Winterinformation 2024) und Öffentlichkeit – Einladung Ausstellung
22.11.2024: Hearings der Lehrpersonen Zyklus 3 mit VertreterInnen anderer Modelle
20.01.2025: Öffentliche Ausstellung zu Oberstufenmodellen, Zahlen und Fakten
28.01.2025: Besuch Projektleitung beim Elternrat Zyklus 3
29.01.2025: Besuch Projektleitung beim Elternrat Zyklus 1/2
29.01.2025: Visionsnachmittag mit Lehrpersonen der Zyklen 1, 2 und 3
17.03.2025: Information an Eltern und Öffentlichkeit: Verlängerung des Prozesses als Folge der Rückmeldungen aus der Bevölkerung (Frühlingsinformation 2025)
25.03.2025: Workshop mit Lehrpersonen Zyklus 3
01.07.2025: Information der Eltern über den weiteren Verlauf (Sommerinformation 2025)
17.09.2025: Information an Eltern (Herbstinformation 2025) und Öffentlichkeit zum weiteren Verlauf
21.10.2025: Information der Schulleitung über laufende Prozessschritte im Elternrat Zyklus 3
28.10.2025: Information der Schulleitung über laufende Prozessschritte im Elternrat Zyklus 1/2
Einbezug und Information in der Phase Matching
13.10.2025: Workshop mit Lehrpersonen Zyklus 3 (Modelle konstruieren)
21.11.2025: Workshop mit Lehrpersonen Zyklus 3 (Modelle konstruieren)
09.12.2025: Workshop mit Lehrpersonen Zyklus 3 (Modelle konstruieren)
27.01.2026: Information der Schulleitung über laufende Prozessschritte im Elternrat Zyklus 3
29.01.2026: Information der Schulleitung über laufende Prozessschritte im Elternrat Zyklus 1/2
Bis zum Abschluss der Phase Matching sind folgende Schritte vorgesehen:
19.02.2026: Information an Eltern und Öffentlichkeit über erfolgte und geplante Prozessschritte
13.03.2026: Erhebung Stimmungsbild bei den Lehrpersonen der Zyklen 3 und 2 zu den erarbeiteten möglichen Modellen.
22.04.2026: Weiterbildung Lehrpersonen aller Zyklen zu Lernportfolio (Schulentwicklung) und Einblick in Entscheidgrundlagen.
05.05.2026: Information des Elternrats OzE über die Entscheidgrundlagen, inkl. Meinungsaustausch
03.06.2026: Information des Elternrats Lutertal über die Entscheidgrundlagen, ink. Meinungsaustausch
Das Ziel des Projektes war es, fundierte Grundlagen für die entscheidenden Instanzen (Bildungskommission, Gemeinderat, Gemeindeversammlung) zu erarbeiten. Im Projekt wurden bis jetzt die nachfolgenden Entscheidgrundlagen zusammengestellt. Im Sinne einer möglichst grossen Transparenz werden diese Dokumente hier veröffentlicht:
Schaubild des Projektablaufs Dieses Schaubild enthält zur besseren Orientierung auch die Verlängerung des Projekts ab März 2025 als Zusatzschlaufe.
Rückblick auf die Ist-Analyse An den Kick-Off-Veranstaltungen im Oktober 2024 reflektierten die Kollegien der Zyklen 1-2 und 3 über die Vergangenheit und die Gegenwart (Fokus: Oberstufenmodell und SpezSek). Aus dieser Ist-Analyse entstand die folgende Zusammenfassung.
Plakate der öffentlichen Ausstellung Im Januar 2025 fand eine öffentliche Ausstellung statt, um allen Beteiligten die nötigen Informationsgrundlagen für die Überlegungen zu Oberstufenmodell und SpezSek zu liefern. Hier ein Auszug aus den wichtigsten Plakaten der Ausstellung.
Zusammenfassung des Visionsnachmittags Ende Januar 2025 erarbeiteten die Kollegien aller Zyklen zusammen Ansätze für eine gemeinsame Vision der Schule Bolligen. Das folgende Dokument hält erste Gedanken einer Vision fest, die je nach Stufe und Zyklus unterschiedlich gewichtet werden.
Beschreibung der Schulentwicklungsschwerpunkte Im Rahmen der verschiedenen Weiterbildungen wurden die folgenden Entwicklungsschwerpunkte gesammelt. Sie entstanden als Antwort auf die Frage, wie die Schule ihre Vision umsetzen kann.
Modelle zur Auswahl für das Stimmungsbild im Kollegium Im Verlauf des Projekts skizzierte das Kollegium des Zyklus 3 verschiedene mögliche - auf Bolligen angepasste - Oberstufenmodelle. Diese dienten anschliessend als Grundlage für die Stimmungsbild-Umfrage.
Auszug aus der Auswertung des Stimmungsbilds im Kollegium Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen und Weiterbildungen haben sich alle Lehrpersonen der Schule Bolligen wiederholt getroffen und intensiv ausgetauscht. Im Lauf des März 2026 wurden die Vorstellungen bezüglich Oberstufenmodell und SpezSek im Rahmen einer Online-Umfrage erhoben. Die folgende Auswertung zeigt die Einschätzungen und bietet damit eine wertvolle Grundlage für den weiteren Dialog und die gemeinsame Weiterentwicklung der Schule.
Die eingereichte Volksinitiative, welche die Entscheidungskompetenz zum Oberstufenmodell vom Gemeinderat weg und hin zur Stimmbevölkerung verschieben möchte, kann Auswirkungen auf den erarbeiteten Zeitplan nach sich ziehen und dementsprechend personelle sowie finanzielle Ressourcen nötig machen.
Wenden Sie sich bei Fragen oder Anmerkungen zum Prozess gerne jederzeit an die Projektleitung nfschlgstltnch
Entscheidung: Mitteilung des Gemeinderats (EWG Bolligen)
Schulentwicklung Oberstufe: Bestehendes Modell wird weitergeführt
Der Gemeinderat hat den Abschluss des Projekts zur Überprüfung des Oberstufenmodells an der Schule Bolligen zur Kenntnis genommen: Das heutige Schulmodell am Oberstufenzentrum Eisengasse, inklusive SpezSek-Niveau, wird weitergeführt. Die Schule bleibt damit in ihren bewährten, vertrauten Strukturen – der Entscheid stützt sich auf eine sorgfältige Prüfung, in die Lehrpersonen und Elternräte aktiv einbezogen wurden.
Was wurde geprüft und warum?
Im Rahmen der Bildungsstrategie 2023–2026 wollte der Gemeinderat das Oberstufenzentrum Eisengasse als attraktives Angebot in der Schullandschaft der Region Bern sichern und weiterentwickeln. Dazu wurden alle im Kanton Bern zulässigen Schulmodelle geprüft – ergebnisoffen und mit der Weiterführung des bisherigen Modells als gleichwertige Option.
Die zentralen Erkenntnisse
Die Bildungskommission (BIK) ist zum Schluss gekommen, dass aktuell keine ausreichend breite Zustimmung für eine grundlegende Änderung des Schulmodells oder des SpezSek-Niveaus besteht. Die fachlichen Einschätzungen unterscheiden sich dabei je nach Stufe und Perspektive, was bei einer so wichtigen pädagogischen Frage nicht erstaunt. Eine so einschneidende Veränderung braucht jedoch eine breit getragene Bereitschaft, um zum Wohl der Schüler*innen erfolgreich umgesetzt werden zu können. Der Gemeinderat ist diesem Schluss der Bildungskommission gefolgt.
Damit ist die Frage nicht vom Tisch: Je nach Entwicklung in Bolligen, Stettlen und Vechigen wird das Thema SpezSek in Zukunft wieder aufgegriffen.
Wie es weitergeht
Auch ohne Modellwechsel sollen sich die Schulen kontinuierlich weiterentwickeln. Im Zentrum stehen drei Anliegen:
Die im Projekt ausgearbeiteten Schulentwicklungsideen werden konsequent umgesetzt, um das bestehende Modell laufend zu verbessern.
Der Selektionsdruck auf die Schüler*innen in den Zyklen 2 und 3 soll spürbar reduziert werden – mit konkreten Massnahmen, die gemeinsam mit Lehrpersonen, Schule und Eltern erarbeitet werden und sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren.
Die Kommunikation mit Eltern und Öffentlichkeit soll transparenter gestaltet werden. Dazu gehört auch, die Rolle der Elternräte zu klären, damit sich Eltern bei künftigen Entwicklungsschritten der Schule wirksam einbringen können.
Zum Prozess
Das Projekt wurde unter der Leitung von Markus Heinzer und Lars Ziörjen (schule.gestalten.) gemeinsam mit einer Projektgruppe sowie unter intensivem Einbezug der Lehrpersonen durchgeführt; auch Rückmeldungen aus den Elternräten flossen ein. Trotz unterschiedlicher Meinungen in den zentralen Fragen ist die Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen-Kollegien gestärkt worden – eine gute Basis für die kommende Schulentwicklung. Die einzelnen Projektschritte und Grundlagen sind oben einsehbar.
Dank
Der Gemeinderat dankt den Lehrpersonen-Kollegien, den Schulleitungen, den Elternräten, der Projektgruppe und -leitung sowie allen weiteren involvierten Personen herzlich für ihren grossen Einsatz und wünscht für die weitere Schulentwicklung viel Erfolg.
Für Fragen und Auskünfte: Carmen Dölle, Ressortvorsteherin Bildung, crmndllbllgnch
Einwohnergemeinde Bolligen Gemeinderat
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